Ein Frauenhaus für Tarija

Vida digna para Ninas y Adolescentes – Ein Leben in Würde für Mädchen und Jugendliche


 

ProjektzielBolivien Plan

In diesem Projekt finden 30 junge Mütter im Alter von 10 bis 18 Jahren, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, und deren Kinder Schutz und Förderung. Dafür wird ein Frauenhaus in Tarija gebaut und ausgestattet. Die Frauen werden dort umfassend psychologisch und juristisch betreut. Außerdem wird die Öffentlichkeit für das Thema Gewalt an Frauen sensibilisiert. Dafür wird intensiv mit Schulen zusammengearbeitet, um 150 Mädchen und Jungen zwischen 12 und 14 Jahren sowie deren Lehrkräfte zu erreichen.

Hintergrund

Sexuelle Gewalt gegenüber Mädchen, Jungen und Jugendlichen ist ein Tabuthema in Bolivien. Es gibt daher weder verlässliche Daten noch Studien oder Erhebungen zu diesem Problem. Auf regionaler oder nationaler Ebene besteht keine Gesetzgebung, die der Gewalt gegen Jugendlichen vorbeugend entgegenwirkt.
Eine Auswertung der im Jahr 2007 erstatteten Anzeigen wegen Gewaltverbrechen in der Region Tarija ergab: 93% der Opfer sexueller Gewalt sind Kinder, davon sind allein 94% Mädchen und junge Frauen. Die Täter sind in 36% der Fälle Familienangehörige, 44% gehören dem Bekanntenkreis der Kinder an.

Aufgrund der sexuellen Gewalt werden viele Mädchen sehr jung schwanger – ein Umstand der von den Behörden ignoriert wird. Die Betroffenen müssen damit meist alleine fertig werden. Familie und Freunden wenden sich von ihnen ab und die Mädchen sind somit zunehmend gesellschaftlich isoliert. Plan arbeitet in Bolivien mit der Nicht-Regierungsorganisation „Mujeres en Acción“ (Frauen in Aktion) zusammen. Bereits im Jahr 2004 hat „Mujeres en Acción“ in der Region Tarija ein Programm für jugendliche Mütter, die sexuell missbraucht wurden, gestartet.

Das Programm hat zwei Hauptkomponenten: Ein Fokus liegt auf den Rechten der Mädchen und Frauen, insbesondere der Betreuung, dem Schutz und der Wiederherstellung ihrer
Rechte hinsichtlich sexueller Gewalt. Andererseits ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Gewalt an Frauen ein zentraler Aspekt. „Mujeres en Acción“ betreibt das
einzige Frauenhaus in der Region Tarija. Aktuell stehen dafür allerdings nur kleine, gemietete Räume in einem Wohnhaus zur Verfügung. Aufgrund des Platzmangels können nur 18
Mütter und neun Babys unter 3 Jahren aufgenommen werden. Durch die Miete entstehen außerdem laufend Kosten für die Organisation.

 

Hier erfahren Sie mehr:

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.